Luft im Bauch - mögliche Ursachen für Blähungen

Aktualisiert: 22. Okt.

Blähungen - eine unangenehme aber meist normale Körperfunktion

Jeder kennt das Gefühl, wenn es im Bauch unangenehm zwickt und zwackt. Meistens ist zu viel Luft im Verdauungstrakt jedoch vollkommen harmlos und betrifft die alle Menschen von Zeit zu Zeit. Treten Blähungen jedoch vermehrt auf, sind schmerzhaft, oder beeinflussen den normalen Alltag, sollte man unbedingt den Ursachen auf den Grund gehen.


Ernährungsberatung Blähungen, Verdauungsberschwerden

5 Mögliche Ursachen für Blähungen

Blähungen sind eines der häufigsten Symptome im Zusammenhang mit dem Verdauungssystem und können viele Gründe haben. Die Ermittlung der Ursache ist jedoch ganz besonders wichtig für die erfolgreiche Behandlung der Symptome.


  1. Überschüssige Gase: Zwei häufige Übeltäter sind 1) verschluckte Luft (z.B. beim hastigen Essen, oder durch Sprudelgetränke) und 2) Gas, das beim normalen Verdauungsvorgang von Mikroorganismen produziert wird, die in unserem Darm zu Hause sind.

  2. Schwer verdauliche Lebensmittel: Manche Lebensmittel sind schwer aufzuschlüsseln und können bei empfindlichen Personen Unwohlsein hervorrufen. Beispiel: Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen, große Mengen an rohem Gemüse oder Kohlgemüse (Karfiol, Weißkohl, ..) Aber auch Koffein, scharfe Gewürze, fettreiche Lebensmittel, Zuckeralkohole und künstliche Süßstoffe können das Entstehen von Blähungen begünstigen.

  3. Träge Verdauung, Verstopfung und verlangsamte Stuhltransitzeit: Ein Rückstau kann den Druck im Darm erhöhen. Da die Bakterien zudem mehr Zeit haben, die Nahrung zu fermentieren kann es hierbei auch zu einer vermehrten Gasbildung und damit zu stärkeren Blähungen kommen.

  4. Stress und hormonelles Ungleichgewicht: Darm und Hirn sind über die sogenannte Darm-Hirn-Achse eng miteinander verbunden. Stress kann somit direkt die Funktionsweise unseres Verdauungssystems beeinflussen. Dies kann zu Durchfällen, Verstopfungen und einer empfindlicheren Verdauung führen. Hormonschwankungen, z. B. in der Zeit der Menstruation, werden ebenfalls mit Blähungen in Verbindung gebracht.

  5. Erkrankungen und Darmfunktionsstörungen: chronische Darmerkrankungen, das Reizdarmsyndrom, ein verzögerter Abbau von Nahrungsmitteln, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder eine bakterielle Fehlbesiedelung können mit dem vermehrten Auftreten von Blähungen in Verbindung gebracht werden. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden sollten diese daher unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Hilfe bei Blähungen

Hilfe im Akutfall

Bewegung

Sanfte Bewegung (z.B. Spazieren gehen, leichte Gymnastik) stimuliert die Darmmuskulatur und hilft die Luft aus dem Darm abzutransportieren.

Entkrampfende Teemischungen

Anis, Fenchel, Kümmel, Melisse und Pfefferminze wirken entkrampfend auf die Darmmuskulatur und können akut Linderung verschaffen. Kleiner Tipp: Samen wie Anis, Fenchel und Kümmel vorab mit einem Mörser anquetschen - auf diese Art können sich die wertvollen Wirkstoffe besser im heißen Wasser lösen.

Sanfte Bauchmassage

Sanfte Massagen, in kreisenden Bewegungen, im Uhrzeigersinn um den Bachnabel. Dadurch wird die Darmbewegung und Durchblutung angeregt und gleichzeitig können sie durch den entspannenden Effekt wohltuend wirken und Linderung verschaffen.

Wärme (z.B. durch ein Wärmekissen)

Wärme wirkt entspannend auf die Darmmuskulatur und kann akute Bauchkrämpfe lindern. Eine Wärmeflasche, oder ein Kirschkernkissen sind hier praktikable Tools. Achtung: nicht zu heiß auflegen!

Erste Hilfe bei Blähungen

Blähungen – wann zum Arzt?

Wenn die Verdauungsbeschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, sich nicht auf gewisse Auslöser identifizieren lassen und die Lebensqualität zunehmend beeinträchtigen, dann solltest du diese mit deinem Arzt besprechen. Auch wenn die meisten Blähungen vollkommen harmlos sind und sich durch einfache Ernährungs- und Lebensstilanpassungen verbessern lassen: Hinter hartnäckigen Verdauungsbeschwerden und Blähungen kann auch eine Erkrankung stecken. Bakterielle Fehlbesiedelung (SIBO), Reizdarmsyndrom, Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Darmstenosen, Leberzirrhose, Störungen der Bauchspeicheldrüse und Darmkarzinome treten oft gemeinsam mit Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Blähbauch auf.

Verdauungsbeschwerden, Blähungen